Pressemeldung

Puppen gehen auf die Piste

13.02.2010 - Von: Andrea Rosenbaum

Oberursel. Das Rathausfoyer gleicht einem kleinen Museum, seit dort die Arbeiten der &quote;Kunsttäter- Kinder&quote; ausgestellt sind. Eine Skulptur interessanter und bunter als die andere. Entstanden sind sie in Ferien-Workshops in der Bildhauerwerkstatt an der Feldbergschule.

Sicher wird mancher, der dieser Tage ins Rathaus kommt, vor den verschiedenen Figuren verweilen, sie betrachten und lesen, was auf den beigefügten Kärtchen über die Künstler und die benutzten Materialien steht.

Das Thema in den vergangenen Herbstferien war etwa "Geister und Windskulpturen" und herausgekommen sind originelle Hightech-Rennschlitten aus Acryl und Holz – die sogar im Workshop ausprobiert werden konnten – ein lustiger Puppenschlitten, ein orangefarbener Riesenschnauzer, die Katze "Bella" aus Stoff und auf Skiern, ein Geist mit Kronkorkenaugen und viele weitere einmalige Ideen.

Stolz auf Collin

Die Kinder, die sie erdacht und umgesetzt haben, sind am Mittwochnachmittag mit ihren Eltern zur Eröffnung der Ausstellung gekommen. Aric (11) ist stolz auf seinen Riesenhund, zu dem ihn das neue Mitglied in seiner Familie, die fünf Monate alte Riesenschnauzerhündin "Lizzy", inspiriert hat.

"Ich habe ein altes Trimmrad genommen und Sattel und Lenker abmontiert", erklärt der Elfjährige, " dann eine Metallplatte als Kopf vorne draufgeschraubt, das Ganze mit Stoff und Filz überzogen und Draht für den Schwanz, Alufolie für Füße und Ohren hergenommen – und fertig war ,Collie Collin‘. So heißt nämlich mein Hund." Die Workshops in der Bildhauerwerkstatt der Kunsttäter in den Ferien könne er nur empfehlen, so der pfiffige Schüler. Er selbst sei schon drei Mal dabei gewesen. " Ich finde es einfach toll, dass wir hier nicht, wie im Kunstunterricht in der Schule alles vorgeschrieben bekommen, sondern unserer Fantasie freien Lauf lassen dürfen. Wir bekommen das Material zur Verfügung gestellt, und Andreas und Regina beraten uns immer gut", betont Aric. Gemeint sind die beiden Leiter der Workshops: Andreas Hett und Regina Planz.

Der Geist von Alina (11) ist ebenfalls nicht von Pappe. Sie hat ihn aus Hasendraht, Alufolie und Gips geformt, gruselig angemalt und ihm Augen aus Kronkorken verpasst. " Ich freue mich schon auf den nächsten Workshop", sagt sie und stellt sich für ein Foto, das ihre Mutter machen möchte, neben ihr Kunstwerk. Den Holzschlitten daneben mit den drei Babypuppen auf CDs und Metall hat Johanna Kupferschmidt (9) erdacht, die Rennschlitten sind von Massimo (11), Lumen (11) und Aaron (10).

Mehr Workshops

Andreas Hett ist zufrieden: " Die Nachfrage nach den Workshops wird immer größer, im vergangenen Jahr haben wir bereits vier veranstaltet, 2008 noch drei." Ihm und seiner Kollegin Regina Planz sei wichtig, dass kein Zwang für die Jungen und Mädchen dahinter stehe, so Hett: " Ideen unterstützen, und wenn Kinder dann experimentieren können, dann kommen diese wundervollen Sachen hier heraus." Jedenfalls sei der nächste Workshop für die Osterferien schon geplant, und es gebe auch schon zwei Anmeldungen, freut sich der Kunstpädagoge.
Im vergangenen Jahr wurde sogar eine Figur verkauft. Monika Seidenather-Gröbler von der Stadt grinst: " Das war ein Golfspieler, der so witzig dargestellt war, das ich ihn einfach zum 60. Geburtstag meines Bruders, der leidenschaftlicher Golfspieler ist, erwerben musste." Die Skulpturen-Ausstellung ist noch bis zum kommenden Mittwoch im Foyer des Rathauses zu sehen.