Pressemeldung

Andreas Hett rennt für Kunsttäter

12.03.2010 - Von: Jürgen Streicher

Andreas Hett rennt. Zehn Kilometer über holpriges Pflaster durch die Oberurseler Altstadt, bergauf, bergab. Und radelt. Viermal neun Kilometer auf einer Rundschleife am Stadtrand. Und rennt nochmal fünf Kilometer. Alles für seine "Kunsttäter".

Für ein Projekt, das er vor zehn Jahren initiiert hat und das bis heute als wegweisend bei der Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen gilt. Die Kunst-Täter sind junge Menschen, 14 bis 20 Jahre alt, die
vom Jugendgericht Arbeitsstunden auferlegt bekommen haben und sie in der
Bildhauerwerkstatt von Andreas Hett und Regina Planz abarbeiten dürfen.
Der Kultur- und Sportförderverein KSfO unterstützt als Träger das ambitionierte Projekt nach Kräften, aber es lebt auch von Spendern und anderen Förderern. Deswegen rennt, radelt und rennt Andreas Hett. Und um darauf aufmerksam zu machen, dass es Institutionen gibt, die sich dem aktuellen Thema der immer gewaltbereiteren Jugend mit Kontinuität und persönlichem Einsatz widmen. Und nicht nur darüber diskutieren, wenn es wieder einmal einen alle erschreckenden Vorfall gab. "Ein Zeichen setzen!" will der Künstler, Therapeut und Sportler am 1. Mai. Ein Zeichen setzen und das Projekt unterstützen kann auch jeder, der beim 5. Altstadt-Duathlon auf den Sportler Andreas Hett setzt. Er wird bei der Deutschen Meisterschaft der Duathleten in seiner Altersklasse (AK 45) an den Start gehen. Sein Ziel: die Gesamtstrecke in einer Endzeit klar unter drei Stunden zu bewältigen. Wer dem immer noch ambitionierten Triathleten des Schwimmclub Oberursel (SCO) das zutraut, kann auf ihn setzen.

Die Werkstatt
Träger der im Jahr 2000 etablierten Bildhauerwerkstatt "Kunsttäter" ist der Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO), der mit 13.000 Euro jährlich auch Hauptfinanzier ist.

Künstlerische Heimat der Werkstatt ist eine alte Maschinenhalle in der Feldbergschule. Bis zu zehn Stunden in der Woche (Montag und Dienstag 15-18.30 Uhr, Mittwoch 15 bis 18 Uhr) kann dort gearbeitet werden, mehr als 300 Jugendliche haben sie bisher besucht. (jüs) Jede Minute unterhalb der Drei-Stunden-Marke ist mindestens drei Euro wert, wer mehr setzen will, kann das natürlich tun. Die Zielzeit Hetts ergibt den Spendenbetrag für die Mitspieler. Kommt er also nach 2:45 Stunden ins Ziel am Marktplatz, ist bei drei Euro pro Minute eine Spende von 45 Euro für die "Kunsttäter" fällig. "Ich gebe alles", sagt Andreas Hett, und darauf können sich die Mitspieler verlassen. Im Training ist der frühere Iron-Man bereits, über Ostern will er "eine Woche Trainingslager zu Hause" einschieben, wenn die Familie im Urlaub ist.
Wenn alles gut läuft, kommt Andreas Hett mit den aktuellen Mitspielern schon auf 1500 Euro, aber "2000 Euro wären eine tolle Geschichte", so Hett. Die Einnahmen sind zur Finanzierung von Materialien, Kinderworkshops in der Bildhauerwerkstatt und die Kosten des Jubiläumskatalogs vorgesehen. Er wird Anfang Juni bei der 10-Jahres-Feier mit Ausstellung der entstandenen Werke im Landratsamt vorgestellt.