Pressemeldung

Der sportliche Sozialarbeiter

13.03.2012 - Von: Taunuszeitung

Wetten, dass Andreas Hett, der Leiter der Bildhauerwerkstatt "Kunsttäter", in weniger als drei Stunden den Oberurseler Altstadt-Duathlon absolviert? Wer’s nicht glaubt, kann dagegen halten – und zugleich ein gutes Werk tun für Hetts Projekt für straffällige Jugendliche.

Oberursel.10 Kilometer Laufen, 36 Kilometer Rad fahren, 5 Kilometer Laufen – so lauten die Vorgaben des Oberurseler Altstadt-Duathlons am 1. Mai dieses Jahres. Der Kunsttherapeut und Sozialarbeiter Andreas Hett will mitmachen und hierbei ein Zeichen setzen – und zwar ein sportliches Zeichen für seine Bildhauerwerkstatt "Kunsttäter", die mit straffälligen Jugendlichen arbeitet. 

Bereits zum dritten Mal will der Triathlet sich damit für einen guten Zweck in Bewegung setzen. Er will sein Anliegen publik machen, und er will Geld sammeln. Potenzielle Unterstützer und Sportbegeisterte fordert er schlicht zu einer Wette heraus. In deutlich weniger als drei Stunden will der Kunsttherapeut die Ziellinie überschreiten und sucht Personen, die dagegen setzen. Interessierte können für jede Minute, die Hett unter den drei Stunden bleibt, einen Betrag ausloben den sie dann an die "Kunsttäter" zahlen. Der Mindesteinsatz beträgt drei Euro pro Minute. 

Im Jahr 2008 sammelte der Sozialarbeiter bei einer ähnlichen Aktion über 1000 Euro für den Aufbau einer Betreuungsgruppe für demenzkranke Menschen der Caritas. 2010 unterstützte er erstmals seine Herzensangelegenheit – die "Kunsttäter". Nun will Hett auch auf den im vergangenen Jahr gegründeten Förderverein aufmerksam machen. Dieser hat seit 2012 die Trägerschaft des Projektes übernommen, nachdem der Kultur- und Sportförderverein der Stadt Oberursel seine abgegeben hatte. 

Als Initiator und Leiter der Bildhauerwerkstatt setzt sich Hett seit mehr als zehn Jahren für straffällig gewordene Jugendliche ein. Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 20 Jahren, die vom Gericht Arbeitsstunden auferlegt bekommen, können diese in seiner Kunstwerkstatt ableisten. Hier können sie etwas erschaffen, ein anderes Bild von sich zeigen, vielleicht eine Perspektive finden. "Über das heiße gesellschaftliche Thema einer immer Gewalt bereiteren Jugend wird meist nur dann diskutiert, wenn es wieder einmal einen erschreckenden Vorfall gab", kritisiert Hett. "Ich möchte mit meiner Teilnahme am Altstadt-Duathlon darauf aufmerksam machen, dass es Institutionen gibt, die sich diesem Thema mit viel persönlichem Einsatz seit Jahren widmen." 

Außer der Wette will sich der sportliche Sozialarbeiter auch als laufende Litfaßsäule anbieten. Firmen und Einrichtungen können Werbeflächen auf seinem Trikot kaufen. Sämtliche Einnahmen der Aktion fließen direkt in die Arbeit der "Kunsttäter". Bereits jetzt kann man die Vorbereitungen für den Duathlon via Blog auf http://www.kunsttaeter.de verfolgen. Zudem wird ein Film gedreht, der mit dem Blog ein Medienkunstwerk darstellen soll. Umgesetzt wird dies von einem ehemaligen "Kunsttäter", der heute visuelle Medien studiert. Weitere Infos bei Andreas Hett, Telefon (0 61 71) 50 30 98.veh (veh)