Pressemeldung

Ein Nadelstich am Bahnhof

07.03.2015 - Von: Götz Nawroth, Frankfurter Rundschau

Mit einem neuen Kunstwerk sollen am Bahnhof Akzente gesetzt werden: An der Nassauer Straße/ Ecke Frankfurter Landstraße soll in der Nähe des Bahnübergangs bald eine übergroße Kartierungsnadel aus dem Boden ragen, und zwar schräg.

Die rund drei Meter lange Plastik markiert künftig für alle sichtbar den Standort des Bahnhofs und könnte zu einem markanten Ort in Oberursel werden. Das hofft Andreas Hett vom Verein „Kunsttäter“, der das Kunstprojekt umsetzt. In der Bildhauerwerkstatt des Vereins arbeiten acht straffällig gewordene Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren an der Skulptur.

„Die Nadel kann als Treffpunkt bei Verabredungen dienen“, meint Hett. Dazu könnten sich technikbegeisterte Zeitgenossen auch die GPS-Koordinaten zusenden, um sich dann von Smartphone oder Navi dort hin lotsen zu lassen. Der Punkt für die Aufstellung ist festgelegt worden – per GPS-Satelliten und mit einem Vermessungsgerät, einem Tachymeter, am Boden. Das hat ein Bad Homburger Vermessungsbüro erledigt.

So steht nun zweifelsfrei und von den Ingenieuren bestätigt fest: Das Kunstwerk wird auf dem Breitengrad 50° 11‘ 55.239‘‘ und dem Längengrad 8° 35‘ 10.967‘‘ stehen, und zwar noch im Frühjahr.

Die Nadel steht nicht nur schräg, sie läuft auch nach oben spitz zu. Etwa 2,50 Meter ragt sie in die Höhe. Oben ist ein stilisierter Nadelkopf aus Acrylglas befestigt. Der leuchtet in bunten Farben, vor allem wenn er dann nachts von Scheinwerfern angestrahlt wird. Einige in der Kunstwerkstatt erinnert das entfernt an einen Fernsehturm im Miniaturformat.

Bürgermeister Hans-Georg Brum dankt den zahlreichen Geldgebern für das Kunstprojekt. „Mit Unterstützung der Zellmer Stiftung, der Carretero Stiftung sowie der Sharevalue Stiftung und des Kultur- und Sportfördervereins Oberursel war die Umsetzung des Kunstwerkes überhaupt finanzierbar“, sagt Brum. Auch das Vermessungsbüro Wittig + Kirchner gehört zum Kreis der Sponsoren und Förderer, außerdem die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH, Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co. KG, die Wilhelm Schütz GmbH & Co. KG sowie der Stromversorger Süwag Energie.

Noch ist nur die Markierung auf dem Boden zu sehen. Schon bald aber sollen sich die Oberurseler selbst ein Bild von dem eigenwilligen Kunstwerk machen können.