Pressemeldung

Schlangendrache morsch

01.12.2011 - Von: Taunuszeitung, Redaktion

Foto. Priedemuth

Für das fröhliche Urtier am Eingang des Camp-King-Parks hat das letzte Stündlein geschlagen

Auch Urzeittiere müssen sterben, selbst wenn sie noch gar nicht so alt sind. Dem Schlangendrachen im Camp-King-Park hat jedenfalls das letzte Stündchen geschlagen. Er ist todsterbenskrank, eine Heilung leider ausgeschlossen. Es ist nicht der Zahn der Zeit, der an ihm nagt, sondern ein Pilz – er zerfrisst das Holz. Morgen soll die Skulptur verschwinden.

Erst vor fünf Jahren hatte das Fabelwesen das Licht der Welt erblickt. 18 Jugendliche aus dem "Kunsttäter"-Projekt hatten es erschaffen. Es war die erste öffentliche Arbeit dieses Vereins, in dem junge, straffällig gewordene Menschen kunsttherapeutisch ihre gerichtlich angeordneten Arbeitsstunden absolvieren.

Die Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Sewo hatte 2006 jemanden gesucht, der die zwei bereits erkrankten Pappelstämme künstlerisch weiterverarbeitet. Die Skulptur konnte also nicht ewig leben, und "dies war bereits bei Beginn der Arbeiten zu erkennen", erklärt Kunsttherapeut Andreas Hett, Leiter des Projekts.

Den Camp-King-Anwohnern wird der Anblick vielleicht fehlen. Der Ort war beliebt, wurde auch als Sitz- oder Klettergelegenheit genutzt. Auch wenn er jetzt verschwindet, wird der Schlangendrache dennoch ein bisschen weiterleben. Der Kopf soll gerettet, konserviert und weiter auf Ausstellungen präsentiert werden. Im Mai 2012 wird er etwa im Frankfurter Haus am Dom zu sehen sein. red