Kunsttäter suchen ein neues Zuhause!

Kunsttäter suchen ein neues Zuhause!

26 Jahre Kunsttäter vor dem Aus!

Noch im September 2025 feierten wir unser großes 25 jähriges Jubiläum in unserer Kunsttäter-Halle!

Der Jugendamtsleiter des Hochtaunuskreises teilte zum Jubiläum mit, dass unsere Arbeit wohl einmalig ist in Deutschland und man sich glücklich schätzt, dass es die Kunsttäter in Oberursel gibt! Von Seiten des Jugendamtes werden wir auch auf allen Ebenen unterstützt, die den Erhalt unserer Arbeit ermöglichen können.

Nun, und nur ein Dreivierteljahr später sowie einem kräfteraubenden zähen Ringen mit dem Fachbereich Hochbau des Hochtaunuskreises wird unsere Kunsttäter Halle, zum 31. Mai 2026 vom Fachbereich Liegenschaften – auf Anordnung des Hochbaus – geschlossen, offiziell alternativlos „stillgelegt“. Der Gestattungsvertrag mit der Stadt Oberursel wurde gekündigt.

Als Begründung werden erhebliche Baumängel am Dach angeführt, die eine sichere Nutzung angeblich nicht mehr zulassen. Eine Ausweichliegenschafft bietet der HTK nicht an. Es gäbe aktuell, im begrenzten Rahmen den man als Kreis diesbezüglich hat, keine alternative Räumlichkeit.

Wir haben im Februar ein neutrales Gegengutachten in Rücksprache mit der Stadt Oberursel erstellen lassen, mit dem Risiko, dass die Mängel des HTK-Gutachters bestätigt werden. Aber es wurden eben nicht solch erheblichen Mängel festgestellt, die eine Schließung hätten notwendig gemacht. Und vor allem wurden auch Vorschläge für den Erhalt der Halle gemacht, die wir vielleicht hätten leisten können. Aber seitens des HTK als unzureichend und ohne Kenntnisse der technischen Baugrundlagen durch den von uns beauftragten Gutachter nichtig seien!

Man will die Halle seitens des HTK nicht mehr reparieren, der Aufwand und die Kosten seien zu hoch auch wenn wir die Kosten übernehmen würden, was man uns scheinbar nicht zutraut auch und vor allem bei der Dimension der Kosten, die der Fachbereich über die Presse indirekt mitteilt.

Wir haben diesbezüglich mehrfach nachgefragt ohne jegliche Antwort seitens Liegenschaften und Hochbau. Mit uns spricht man nicht darüber! Warum eigentlich nicht? Sind wir es als Verein Kunsttäter einfach es nicht wert, haben wir in den Augen der Fachbereichsleiter nicht die Position, das man mit uns überhaupt sprechen müsste außer über schriftliche Anordnungen und Weisungen?  Es hat für uns den Eindruck! Es wird über uns gesprochen aber nicht mit uns! Wir verstehen das nicht? Und es ist ein kommunikatives Armutszeugnis des HTK.

Die Bildhauerwerkstatt „Kunsttäter“ des Vereins Kunsttäter e.V. verliert damit ihre Arbeitsgrundlage.

Was auf dem Papier für die  beiden Fachbereiche lediglich wie eine banale „Stilllegung“ klingt und darstellt, bedeutet für uns etwas ganz anderes: Es bedeutet das mögliche Ende eines Ortes, der für viele sanktionierte und mit Bewährungsauflagen belangte junge Menschen aus der Region Halt, Perspektive und eine zweite Chance war. Es wird, wie erwähnt kein Angebot seitens des Kreises gemacht, wo wir ggf. unterkommen und unsere Arbeit fortsetzen könnten. Einfach beendet. Es macht sprachlos!

Seit über zwei Jahrzehnten haben mehr als 1.000 junge „Kunsttäter“  bei uns Unterstützung gefunden. Menschen, die oft keinen einfachen Weg hatten. Bei uns konnten sie arbeiten, lernen, Verantwortung übernehmen, ihre Spuren im Oberurseler Stadtbild hinterlassen haben – und wieder Vertrauen in sich selbst entwickeln.

Und jetzt? Es bleiben uns noch eine Wochen. um eine neue Bleibe zu finden und um zu verhindern, dass unsere Arbeit einfach verschwindet.

Wir machen erstmal mit einem Sommerlager in der Krebsmühle weiter und haben für danach ein temporäres Angebot des Schwimmclub Oberursel und hoffen so eine Bleibe bis zum Winter zu finden. Es gibt vage Angebote und einige Bemühungen. Wir bleiben erstmal hoffnungsvoll.

Link zum Artikel der Oberurseler Woche

Link zum Artikel der Frankfurter Rundschau